2013

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Allgemeine Zeitung vom 30.10.2013

 

"Meistehaft harmonisch

KONZERT Kleiner Chor Ebernburg überzeugt mit A-cappella-Konzert in Ebernburg

 

 

Einen engagierten Eindruck hinterließ der „Kleine Chor Ebernburg“ bei seiner Soiree in der katholischen Pfarrkirche.

Foto: Beate Vogt-Gladigau

 

 

Einen geschlossenen und harmonischen Eindruck hinterließen die neun Frauen und sieben Männer des „Kleinen Chors Ebernburg“, der sich auch mit dem Meistertitel schmücken darf. Zu Recht, wie er bei einem A-cappella-Konzert in der katholischen Pfarrkirche in Ebernburg wieder bewies. Unter der Leitung von Thomas J. Scheike, der die Soiree auch moderierte, interpretierten die Sängerinnen und Sänger einen Ausschnitt aus dem Programm, das sie bei einem Konzert am 17. November (17 Uhr) in Wiesbaden Erbenheim in der Kirche Maria Aufnahme zu Gehör bringen werden.

Die Titel aus mehreren Epochen der Musikgeschichte orientierten sich im Charakter an einer geistlichen Abendmusik am Vorabend des Allerheiligenfestes. Mit klaren Stimmen intonierten die Sängerinnen den Hymnus „De Spiritu Sancto“ (Über den Heiligen Geist) von Hildegard von Bingen (1098 – 1179). 250 Jahre jünger und aus dem 14. Jahrhundert war das Volkslied „Der Wald hat sich entlaubet“ aus dem Lochamer Liederbuch, bei dem Sabeth Schmidtchen die Flötenintermezzi spielte. Präzise und mit disziplinierter Stimmführung erklang auch „Wach auf du deutsches Land“ des Kantors und Weggefährten von Martin Luther, Johann Walter, in dem der Tenor die führende Melodie erhielt.

Differenziert rhythmisch interpretierte der Chor den vierstimmigen Kantonalsatz „Wie nun ihr Herren“ von Heinrich Schütz, einem der wichtigsten Komponisten aus dem 15. Jahrhundert. Tief bewegte der Titel „Zion spricht, der Herr hat mich verlassen“ von Johann Hermann Schein durch den Dialog der Frauen- und Männerstimmen. Obwohl Anfang des 17. Jahrhunderts komponiert, orientierte sich „Ingresso Zacharias“ von Christian Erbach, der 1573 in Gau-Algesheim geboren wurde, an der lateinischen Motette und inhaltlich an die Geburt von Johannes dem Täufer – interpretiert im Gotteshaus, das Johannes dem Täufer geweiht ist.

Mit „Der Mensch lebt und bestehet“ von Max Reger machte der Chor einen Sprung ins 20. Jahrhundert. Wunderschön und innig intonierten Sängerinnen und Sänger, die für diesen achtstimmigen Satz eine andere Aufstellung wählten, diesen geistlichen Gesang. Als Zugabe nach dem schlichten Kantionalsatz „Vater unser im Himmel“ von Gotthard Erythräus gestaltete der „Kleine Chor“ mit dem „Irischen Segensgruß“ einen besinnlichen und differenziert interpretierten freundlichen Abschied - „bis wir uns wiedersehen“." (Beate Vogt-Gladiau)