2014

Copyright © Kleiner Chor Ebernburg

 

Allgemeine Zeitung vom 04.08.2014:

 

"Alte Gesänge in modernem Beton

Kleiner Chor Ebernburg beeindruckt mit Vorträgen aus fünf Jahrhunderten

 

 

Foto: Beate Vogt-Gladiau

 

BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG. Veranstaltungen im Steinskulpturenmuseum erhalten durch das Zusammenspiel der außergewöhnlichen Architektur des renommierten japanischen Architekten und den Steinskulpturen des Künstlerteams Kubach-Wilmsen ein ganz besonderes Flair. Dies gilt auch für den Auftritt des „Kleinen Chors Ebernburg“ unter der Leitung von Thomas J. Scheike, der auch moderierte – auf seine ganz spezielle Art, die auch durchaus einen schauspielerischen Charakter annehmen konnte.

 

Bei „Tutto lo di Villanella“ von Orlando die Lasso (1532 bis 1594) erläuterte Altistin Susanne Schmidtchen auf komische und geschwätzige Art diese Klage eines Italieners in Deutsch – „den ganzen Tag, den ganzen Tag“ – ehe Scheike dem Ganzen in gespielt brüskem Ton ein Ende machte und zum Kammerton A überging. Neben musikhistorischen Erläuterungen zur Kunstform des Madrigals, das ein großes Experimentierfeld für neue Harmonien war, holte Scheik das Publikum aber auch durch flapsige Bemerkungen wieder vom hohen Ross der Musikgeschichte herunter, indem er den Inhalt von John Farmers (1565 bis 1605) Titel „Fair Phillis I Saw“ kurz und bündig zusammenfasste: „Schäfer sucht Schäferin, und dann küssen sie sich.“

 

Titel aus fünf Jahrhunderten standen auf dem Programm – von der Renaissance bis zur Neuzeit, von Thomas Morley (1557 bis 1603) mit „Sing We And Chant It“ aus dem „First Book of Ballets“, das der Chor tänzerisch interpretierte, bis zu „Bohemian Rhapsody“ von Queen.

 

Der „Kleine Chor“, der sich 2004 den Titel Meisterchor erwarb, beeindruckte auch bei diesem Konzert, für das die Sitzplätze kaum ausreichten, mit einer Mischung aus Disziplin, Rhythmusgefühl und Emotion, durch musikalischen Ausdruck, der der sehr unterschiedlichen Literatur vom Madrigal bis Pop gerecht wurde, und seine sprachliche Kompetenz, unter anderem in Dänisch („Stemning“ von Wilhelm Peterson-Berger – 1867 bis 1947).

 

Bewusst mit einem Schuss „Schmalz“ erklang das Volkslied aus Lothringen „O du schöner Rosengarten“, das Heinz Lemmermann arrangierte. Blitzschnell schalteten Sänger für den nächsten Beitrag um: „Wie nun, ihr Herren“, Psalmen-Paraphrasen von Hans Becker, die Heinrich Schütz (1585 bis 1672) vertont hatte. Als Beispiel aus dem 19. Jahrhundert hatte der Chor einen Zyklus von drei Volksliedern mitgebracht, die Heinrich Heine getextet und Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847) komponiert hatte sowie das wunderschöne musikalische Bild seiner Schwester Fanny Hensel (1805 bis 1847), „Dämmernd liegt der Sommerabend“.

 

Hohe Anforderungen bewältigte der Chor besonders bei Kompositionen wie „Auckeley“ von Max Bruch (1838 bis 1920) oder „The Bluebird“ von Charles Villiers Stanford (1852 bis 1924). [...]."

 

 

 

 

 

Oeffentlicher Anzeiger vom 29.10.2014:

 

"Gregorianische Klänge zum Auftakt

Konzert Der Kleine Chor Ebernburg bezauberte mit seinem Können

 

Bad Münster-Ebernburg. Seit Jahren steht der kleine Chor Ebernburg für ausgezeichneten Vokalgesang. Nun wagte er sich bei seiner geistlichen Abendmusik am Sonntag in der katholischen Kirche Ebernburg mit dem Introitus „Laetetur cor“ an die Mutter des vokalen Gesangs, den gregorianischen Choral. Für den Mut, sich auch an den nicht einfachen gregorianischen Choral zu wagen, konnte man Chorleiter Thomas J. Scheike nur beglückwünschen. Denn auch wenn das kleine Ensemble schon mehrmals die Auszeichnung Meisterchor hatte, der gregorianische Choral braucht viel Übung. Vor allem mehrere aufeinander folgende Noten „gebunden zu singen“, ist in der Gregorianik nicht einfach. Zudem ist der Introitus als Eingangsgesang komponiert und stellt einen Art Prozessionsgesang, ein Hinschreiten zum Altar, dar, was auch gesanglich zum Ausdruck kommen sollte.

Für seine Premiere in diesem Genre hatte der kleine Chor alles sehr gut beherzigt. Auch der Wechsel zwischen den Männern, die den eigentlichen Vers sangen, und den Frauenstimmen, die den zugeordneten Psalmvers vortrugen, war gut. Mancher Besucher war gespannt, ob sich der Chor bei seiner nächsten geistlichen Abendmusik wieder an die Gregorianik wagt.

Spätestens mit dem „Alta Trinita beata“ einem Lob auf die Dreifaltigkeit, aus der Zeit der Renaissance, war der Chor wieder ganz in seinem Element. Die Zuhörer merkten den Sängern an, welch große Freude sie gerade am geistlichen Gesang haben.

Und das gilt nicht nur für Werke der Renaissance von Thomas Tallis oder dem „Ingresso Zacharias“ des in Gau-Algeshein geborenen Christian Erbach. Ebenso ausgezeichnet verstand sich der Chor auf geistliche Barockmusik, wie Johann Sebastian Bachs „Jesus, meine Freude“ oder Heinrich Schütz' Vertonung des 58. Psalms und des „Vaterunser“.

Fast 200 Jahre jünger war dagegen Anton Bruckners „Locus iste“. Ein Stück, das gern zum Fest der Kirchweih gesungen wird. Mit dem Traditional „An irish blessing“ sollte eigentlich die geistliche Abendmusik zu Ende gehen, die Scheike mit Bachs Präludium und Fuge in c-Moll eröffnet hatte. Doch da hatten die Sänger die Rechnung ohne das Publikum gemacht, das lautstark Zugabe forderte. So gab es dann noch das Stück „I can tell the world“." Josef Nürnberg

 

 

 

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Oeffentlicher Anzeiger vom 04.12.2014

"Festliche Abendmusik in der Kirche stimmte auf das Weihnachtsfest ein

Konzert Evangelischer Frauenchor hatte Gäste

 

Waldlaubersheim. Unter dem Motto „Sing' ma im Advent“ hatte der Evangelische Frauenchor Waldlaubersheim zu seiner traditionellen Abendmusik in die Martinskirche eingeladen. Das auch als Autobahnkirche dienende Gotteshaus war voll besetzt, als Thomas Scheike den kurzweiligen Abend mit dem Bach-Choral „Nun komm der Heiden Heiland“ an der historischen Stumm-Orgel eröffnete.

Die glänzend disponierten Gastgeberinnen um Chorleiterin Nina Hermann setzten mit „Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt“ unter Orgelbegleitung gleich ein Ausrufezeichen, was bei den Zuhörern ebenso gut ankam wie Maierhofers „Die stillste Zeit“ oder „Steal Away to Jesus“. [...]

Der Kleine Chor Ebernburg unter der Leitung von Thomas Scheike machte zunächst mit „If Ye Love Me“ und Bachs „Jesu, meine Freude“ auf sich aufmerksam, um dann die alte Adventsweise „Maria durch ein Dornwald ging“ in das in warmes Kerzenlicht getauchte Gotteshaus zu bringen. „Hebe deine Augen auf“ sowie „Gaudete, Christus est natus“ waren weitere, sehr sauber vorgetragene Liedbeiträge, mit denen die Interpreten von der Nahe zu gefallen wussten.

[...]

Die verbindenden Worte von Chorsängerin Kunigunde Lautebach leiteten wieder zu den Gastgeberinnen über, die mit großer Sangesfreude kundtaten, dass sogar Engel Glück brauchen. Die Damen besangen Weihnachten und zeigten auf, wie schön es ist „Wenn das Weihnachtslicht unser Herz berührt“. Zum Ausklang stimmte der hoch motivierte Chor „Geht mit Gottes Frieden“ an, ehe Aktive und Zuhörer gemeinsam das alte Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ sangen. "